Recht auf Stadt Forum 2020

Was ist ein Recht auf Stadt Forum?

Auseinandersetzungen um ein „Stadt für alle“ und das Recht auf Stadt müssen auf allen Ebenen geführt werden. Durch einen stärkeren Austausch aller Aktiven untereinander sollen die lokalen Kämpfe gestärkt werden und gleichzeitig der Versuch unternommen werden, durch überregionale Kooperationen stärkeren Druck auf die bundesweite Wohnungspolitik auszuüben.

Wer sind wir?

Wir sind eine Gruppe von Menschen, die mit Weimar auf verschiedene Arten verbunden sind. Wir verorten uns in sozialen emanzipatorischen Bewegungen und begreifen das Recht auf Stadt intersektional. Viele von uns sind im Kollektiv Raumstation organisiert. Wenn wir von „wir“ schreiben, meinen wir damit aber auch die wachsende stadtpolitische Bewegung, die wir im Mai 2020 ursprünglich nach Weimar einladen wollten. Wegen der aktuellen Coronavirus-Situation haben wir uns dazu entschlossen, das Forum dezentral und online stattfinden zu lassen.

Recht auf Stadt Forum 2020

Stadt für alle statt Mietenwahnsinn und Verdrängung: In den letzten Jahren konnten wir als Recht-auf-Stadt-Bewegung mit diesem zentralen Anliegen starke Sichtbarkeit und politischen Druck erzeugen. Wo es zu sinnvollen Anpassungen der Politik gekommen ist, ist das unserem aktiven Einschreiten zu verdanken – durch Demos, Besetzungen, mühsame Verhandlungen, Volksentscheide und vieles mehr. Der Kampf ums Wohnen ist aber noch lange nicht beendet: Auch das 6. bundesweite Recht auf Stadt Forum soll daher Platz für den Erfahrungsaustausch zwischen stadtpolitisch Aktiven geben. Das diesjährige Forum knüpft an altbewährte Themen und Formate an und möchte die Recht auf Stadt-Debatte zugleich um weitere Perspektiven erweitern.

weitere Perspektiven

Denn das Recht auf Stadt ist noch viel mehr. Es ist das Recht auf Stadt unabhängig von Herkunft, Hautfarbe und Religion. Gerade mit Blick auf die Kräfteverhältnisse in Thüringen wird klar: Das Recht auf Stadt muss antifaschistisch und grenzenlos sein. Es ist das Recht auf eine Stadt, die sich nicht auf einem verwüsteten Planeten befindet, sondern auf eine Stadt in ökologisch nachhaltigen Stadt-Land-Beziehungen, in der nachhaltige Wohn- und Lebens­formen machbar sind und Umwelt­gerechtigkeit für alle gilt. Und das Recht auf Stadt ist ein Recht auf eine feministische Stadt, in der Care-Arbeit wertgeschätzt und gerecht verteilt ist, in der soziale Beziehungen nicht von Verwertungslogiken bestimmt werden.

Eine anti-rassistische, queer-feministische und klimagerechte Stadt ist aber nur dann möglich, wenn mit Stadt und Urbanität kein Geld verdient werden soll und kann. Wir wollen damit die Debatte um zukunftsweisende Strategien eines Rechts auf Stadt für alle (weiter-)führen und mit euch die Systemfrage stellen.